21.06.2015

Lesung mit Katja Thimm

Lesung mit Katja Thimm im Juni 2015 in der Evangelischen Öffentlichen Bücherei im Haus Regenbogen in Kaarst

Lesung Thimm1 (2)Die Anregung kam aus der Büchereifachstelle! Die Landeszentrale für politische Bildung NRW und der Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen boten eine kostenlose Lesung mit der Autorin Katja Thimm aus dem Buch „Vatertage“ an. Dieses Angebot nutzte Ulrike Kampf und bewarb sich für diese Veranstaltung im Namen der beiden Evangelischen Öffentlichen Büchereien in Kaarst. Das Glück war auf unserer Seite und wir erhielten tatsächlich die Zusage für die Lesung.  Am Freitag, dem 19. Juni um 19.30 Uhr war es dann soweit. Frau Ellgaard von der Landeszentrale für politische Bildung NRW begrüßte alle Gäste und erläuterte kurz, dass es unter anderem zu den Aufgaben dieser Institution gehöre, die Bürgerinnen und Bürger für demokratisches Engagement in Staat und Gesellschaft zu gewinnen. Unter dem Motto: „Politische Bildung vor Ort: Es liest… „ werden in Kooperation mit dem Verband der Bibliotheken des Landes NRW in allen fünf Regierungsbezirken Lesungen angeboten. Dabei kommt der Präsenz vor Ort mit solchen Veranstaltungen und Begegnungen eine besondere Bedeutung zu.

Dann begann Frau Thimm mit der Lesung aus Ihrem Buch „Vatertage“, das 2012 mit dem Evangelischen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Aus Gesprächen und Aufzeichnungen hat sie die Lebensgeschichte ihres Vaters recherchiert. Frau Thimm teilte die Lesung in fünf Abschnitte auf. Sie begann mit dem Einzug ihres Vaters ins Altenheim. Anschließend hörten die Gäste Abschnitte aus dem beschaulichen Leben im Forsthaus in Ostpreußen und der schrecklichen Flucht im Winter bei Eis und Schnee. Die Schilderung war sehr realistisch, man konnte die Kälte und das Elend der Flüchtenden fast spüren. Es folgten Episoden aus dem Familienleben in Bonn, wo der Vater als Beamter im Gesundheitsministerium arbeitete. Der nächste Teil handelte von der Zeit, die der Vater im Gefängnis in DDR verbracht hatte und zuletzt las die Autorin noch von den letzten Jahren des Vaters in der Pflegestation im Altenheim. Nach der Lesung entspann sich noch ein anregendes Gespräch mit Frau Thimm und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Einige erzählten von ihren eigenen Erinnerungen an die Kriegszeit. Frau Thimm merkte an, dass viele Eigenarten ihres Vaters, die ihr während ihrer Kindheit und des Erwachsenwerdens zu schaffen gemacht haben, sie erst heute verstehen kann.

Alle Gäste waren sich einig, dass das Buch „Vatertage“ ein nahezu zeitloses, da immer aktuelles Geschichtsbuch im besten Sinne sei und auf jeden Fall gelesen werden sollte.

Monika Kaless für die Evangelischen Öffentlichen Büchereien in Kaarst

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