13.08.2015

Der BüFü für Erstklässler in Mehlem

BüFü1Oft muss man in der Bücherei wie eine schwäbische Hausfrau agieren: mit findigen Notbehelfen leben, ein Zubrot zu verdienen suchen und mit dem geringen Etat sorgsam haushalten. Einmal eine satte Summe haben zur Anschaffung von Büchern, das wär’s!

Wahr kann der Traum werden, wenn Sie eine gute Projektidee haben und sie beim Land in einem Antrag vorstellen.

Unser Projekt für Erstleser, die in der Bücherei der Heiland-Kirchengemeinde in Bonn-Mehlem ihren „BüFü“ ablegen, nämlich ihren chereihrerschein, wurde als förderungswürdig anerkannt und mit der höchstmöglichen Summe mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt.

Diese Anerkennung tat uns gut: die Entwicklung des Projektes und Ausarbeitung des Konzeptes macht Spaß und zeitigte zudem das kreative Talent von Mitarbeiterinnen.

Setzen Sie sich für die Antragstellung keinen engen Zeitrahmen: bekanntlich dauert alles viel länger als gedacht, und zwischendurch kann auch die Post streiken! Frau Schwarze steht immer hilfreich zur Seite und macht Mut, dieses unbekannte Terrain zu betreten. Und am Ende schlüpfen Sie vielleicht auch mal aus dem schwäbischen Hausfrauenkittel?

BüFü2

Und so sieht der erste Teil unseres Projekts aus:

Alle drei 1. Klassen der nahegelegenen. Grundschule KGS Mehlem nahmen an dem Projekt BüFü teil.

An einem festen Termin besuchte jeweils eine Klasse über knapp zwei Schulstunden unsere Gemeindebücherei; in einem lockeren Gespräch mit den Kindern wurden die Gepflogenheiten und Regeln einer Bücherei gemeinsam erarbeitet; dieses Gespräch diente der Vorbereitung für den anschließenden Test, zu dem wir die Klasse teilten. Während die eine Gruppe unseren Kinder- und Jugendraum besuchten, wo zwei unserer Mitarbeiter die Systematik erläuterten und den Kindern bei der Auswahl ihrer Bücher halfen, füllte die andere Häfte mit einer dritten Mitarbeiterin den Testbogen aus. Dann wechselten die Gruppen. Die neu angeschafften Bücher hatten wir alle mit einem blauen Punkt gekennzeichnet und besonders präsentiert, um für die Kinder weitere optische Hilfestellung zu gewährleisten. Das Spektrum der Literatur war breit aufgestellt, um für alle Leseanreiz zu bilden.

Nach der Auswertung der Tests durften die Kinder zum ersten Mal ein Buch ausleihen.

Danach bekamen alle ihren ersten Ausweis, den sogenannten BüFü, mit ihrem Namen feierlich einzeln ausgehändigt, wobei jeweils applaudiert wurde. Es erscheint uns wichtig, dieses Ereignis auch emotional positiv bei den Kindern zu verankern. Das soll auch Schwellenängste vor unserer Einrichtung abbauen, denn eventuell haben auch die Eltern einiger Schulkinder noch nie eine Bücherei besucht. Bei Vorlage des Büfüs mit einem Elternteil erhalten die Kinder bei einem privaten Besuch kostenlos unseren regulären Büchereiausweis. Der Büfü soll also die Kinder ermuntern, auch außerhalb des Klassenverbandes unsere Einrichtung zu besuchen, was von etlichen Migrantenkindern auch bereits genutzt wird.

Zu dem Leserattenausweis verschenkten wir auch kleine linierte Schreibblocks mit dem selben Emblem und Schokoladenmäuse, so dass der Begriff “ Leseratte“ bei jedem im Gedächtnis geblieben sein muss.

Erfreulicherweise nahmen etliche der Erstklässler nun auch an unserem Ferienprojekt “ Sommerleseclub “ teil, so dass wir diese Aktion als Erfolg verbuchen und in den nächsten Jahren wiederholen werden.

Aja Modes-Schreier

Zusätzliche Informationen:

Der Träger von ehrenamtlich geführten Büchereien in Nordrhein-Westfalen kann beim Land einen Antrag für Leseförderprojekte stellen. Voraussetzung sind eine gute Projektidee, die Vorlage eines aussagekräftigen Konzepts mit Finanzierungsplan und der Formantrag, der im Netz unter folgendem Link aufgerufen werden kann: http://www.brd.nrw.de/schule/privatschulen_sonstiges/service/Antrag_Landesf__rderung.pdf

Die Mindestfördersumme liegt bei 2.000 Euro, der Träger muss darüber hinaus Eigenmittel in Höhe 40% nachweisen (davon werden 50% durch ehrenamtliche Arbeit anerkannt).

Wichtig ist, dass Sie mit der Maßnahme nicht beginnen dürfen, bevor der Bewilligungsbescheid vorliegt!

Wenn Sie Fragen zu den Landesmitteln oder zur Antragstellung haben oder Unterstützung bei der Projektentwicklung wünschen, setzen Sie sich mit Helga Schwarze (0211/4562-525) in Verbindung.

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