26.02.2018

Bücher verbinden – Schüler der Barbarossaschule Sinzig besuchten die Evangelische Öffentliche Bücherei Remagen

 

Sturmtief Friederike tobte draußen, aber das interessierte die neun Schülerinnen und Schüler der Sinziger Barbarossaschule nicht. Sie waren eher aufgeregt, weil sie  zusammen mit ihrer Lehrerin Johanna Kretschmer, mit dem Zug nach Remagen fuhren und zum ersten Mal die dortige Bücherei besuchten.
Die Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 11 und 16 Jahren werden in der Schule alle in Deutsch als Zweitsprache unterrichtet (DaZ), da sie erst seit kurzer Zeit in Deutschland sind. Für viele ist eine Bücherei Neuland. In ihren Heimatländern Syrien, Bulgarien, Litauen, Tunesien und Thailand hatten nur einige eine Bibliothek von innen gesehen.
Deshalb bekamen sie zunächst den Auftrag, sich in der Evangelischen Bücherei umzuschauen, um dann in eigenen Worten zu erzählen, was sie in der Bücherei alles vorgefunden haben. Gemeinsam erarbeiteten sie dann einige Regeln für die Nutzung einer Bücherei. Die Büchereimitarbeiterinnen Irmgard Kremer-Bieber und Helene Schäuble waren erstaunt, wie gut die Jugendlichen schon Deutsch sprechen.

Da bei diesem Besuch in der Bücherei die Sprachförderung ein wichtiger Aspekt war, hatten die Büchereimitarbeiterinnen noch einige weitere Aufgaben für die Schülerinnen und Schüler vorbereitet. Das Märchen Schneewittchen kannten fast alle, aber bisher nur in ihrer jeweiligen Muttersprache. Jetzt ging es darum, in die einzelnen Rollen zu schlüpfen, bloß nicht seinen Einsatz zu verpassen und den Text einigermaßen verständlich zum Ausdruck zu bringen. Dabei zeigten die Jugendlichen erstaunliches Schauspieltalent. Und dass sie obendrein große Ratekünstler sind, stellten sie abschließend bei dem Spiel Charade unter Beweis.

Nun ist ein Gegenbesuch der Büchereimitarbeiterinnen in der Barbarossaschule geplant. Denn die Jugendlichen, die in der Bücherei ein bestimmtes Bilderbuch ins Herz geschlossen haben, wollen diese Geschichte selber zu einem kleinen Theaterstück umschreiben und vorführen. Und das möchten sich Helene Schäuble und Irmgard Kremer-Bieber natürlich nicht entgehen lassen.

Kommentare

Liebes Büchereiteam Remagen,

das ist ja eine schöne Idee und bleibt vielen Schülerinnen und Schülern sicherlich gut in Erinnerung.
Schöne Grüße vom Team Dollendorf
D. Zimmer

Das Angebot der Sprachförderung außerhalb der Schule kann gar nicht hoch genug geschätzt werden. Der Bedarf ist da und jede DaZ- und Deutschlehrkraft sollte solche wertvollen Angebote nutzen. Ich bin der evangelischen Bücherei in Remagen sehr dankbar, dass ich sie seit vielen Jahren mit meinen Schülern und Schülerinnen besuchen darf und die Leiterinnen immer ein neues und kreatives Sprachförderangebot für uns bereit halten. Vielen herzlichen Dank dafür. Die jungen Deutschlerner erfahren nicht nur einen großen Nutzen durch dieses Angebot, sondern erleben den Spracherwerb als Spaß und Freude.

Die Vormittage mit den DaZ-Kindern sind für uns jedes Mal eine wunderbare Erfahrung. Diese Schüler und Schülerinnen sind mit großer Begeisterung dabei, sind interessiert, aufgeschlossen und trotz teilweiser schlimmen Erfahrungen unglaublich fröhlich. Dass uns immer wieder etwas Neues einfällt verdanken wir auch unserer Fachstelle, die uns durch Fortbildungen ermöglicht, uns weiterzubilden und auch mit dem Projekt ‚Sprachräume‘ für solche Aktionen wertvolles Material zur Verfügung stellt.

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