23.01.2023

Stabat Mater. Roman von Tiziano Scarpa

Wagenbach 2022. 140 Seiten
ISBN: 978-3-80311370-2
22,00 Euro

Scarpa erzählt aus der Sicht des Waisenmädchens Cecilia die Geschichte des Priesters und Musikers Vivaldi, der in einem Waisenhaus des 17.Jahrhunderts in Venedig angestellt. Cecilia kennt in ihrem Leben nur das Waisenhaus und lebt mit ihrer Geige die Musik Vivaldis mit aller möglichen Intensität. Aber eigentlich will sie nur wissen, wer sie eigentlich ist und woher sie kommt. Die Suche nach ihrer Mutter lässt sie nicht los. Deshalb versucht sie in schlaflosen Nächten mit Briefen an die unbekannte Mutter sich ein Bild von dieser und auch von ihrer Geburt und dem „Warum“ des Verlassenwerdens zu machen. Lediglich in ihrem hingebungsvollen Geigenspiel vergisst sie diese quälenden Fragen.

Beeindruckend gibt der Autor das Bild eines (italienischen) Waisenhauses zu Zeiten Vivaldis wieder, das recht beklemmend wirkt. Dennoch ist es interessant die Entwicklung Cecilias zu verfolgen. Der Titel ist der eines mittelalterlichen Gedichts, das die Mutter Jesu in ihrem Schmerz um den gekreuzigten Jesus zum zentralen Thema hat. Ein sehr anspruchsvoller Titel, der geübten und interessierten Lesern eine neue Sicht auf Vivaldi vermittelt und sehr eindringlich die Situation und Verzweiflung allein gelassener Kinder darstellt. Vermutlich nur für eine begrenzte Leserschaft

SL/ Bb

Ursula Neumann

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