9.05.2013

10 Minuten in der Mediothek des Schulreferats im Kirchenkreis Wuppertal

Zwei Nutzerinnen der Mediothek bei der Arbeit

Zwei Nutzerinnen der Mediothek bei der Arbeit

 

„Guten Tag“, beginnt eine Besucherin. „Darf man auch reinkommen, wenn man katholisch ist?“ Wir lächeln. „Hier werden keine Taufurkunden kontrolliert. Kommen Sie herein. Wo unterrichten Sie denn?“ Sie nennt eine Schule in Wuppertal und wird von einer Kollegin erkannt, die schon am Tisch sitzt und Material durchsieht: die evangelische Kollegin derselben Schule! Die zwei verständigen sich über etwas Schulinternes und die neue – katholische – Kollegin lässt sich von uns beraten. Eigentlich weiß sie noch gar nicht genau, was sie machen will. Es soll aber um Schöpfung gehen. In Klasse 4. „Dann schauen Sie doch schon einmal hier im Grundschulsuchordner SCHÖPFUNG und wir suchen Ihnen weiteres Material aus. Welche Zielvorstellung haben Sie denn?“ – „Am liebsten würde ich was machen, was mit dem sorgsamen Umgang mit unserer Umwelt zu tun hat.“ – „Aha. Das heißt, Sie würden theologisch vom  Herrschaftsaustrag ausgehen?“ – „Ja. Das ist gut! Ich war mir nicht sicher, wie ich das anknüpfe, denn ich bin ganz neu im Referendariat und hab jetzt gleich eine Klasse bekommen, weil die Kollegin krank geworden ist“ – „Da können Sie viel probieren, oder?“ – „So gesehen ja. Glücklich macht mich das aber nicht. Ich schlaf schon immer zwei Tage vor dem Unterricht schlecht.“ Meine Mitarbeiterin und ich sehen uns an und verstehen uns. „Wollen Sie beiden vielleicht einen Tee? Mit Keks?“ strahlt sie. Und ich bin schon aufgestanden und weise auf den Tisch in meinem Büro. „Erzählen Sie mal, was Sie überlegt haben, und dann findet sich das Richtige hier bestimmt.“ – „Gern!“ Und während die neue Mediotheksbesucherin ihre Tasche nimmt, ruft ihre Kollegin ihr hinterher: „Ich halte Dir schon mal eine Bildermappe fest, mit der ich selbst neulich gearbeitet habe!“ Und während ich die Türe schließe, um die Kollegin zu beraten, höre ich noch die klassische Bitte: „Wären Sie so nett, mir diese Bildermappe, na, Sie wissen schon, die grüne, Autor habe ich vergessen, rauszusuchen?“ Und während meine Mitarbeiterin die Bildermappe zückt, ruft die Lehramtsanwärterin laut: „Jaaa, stimmt, die war gelb…“

Wir haben viel Material für alle Schulformen und Klassen: Bücher, Bilder, Unterrichtsreihen, Filme, Aufsätze, Lernkoffer, Folien, Gegenstände zur Veranschaulichung. Es steckt in Regalen, Suchordnern, Schränken, CD ROMs und natürlich im Computer. Wir können nach Autoren, Kompetenzerwartung, Stichworten, Namen, Erscheinungsdatum und vielem mehr suchen. Aber nichts ersetzt den „Live-Act“. Kontakt der Besucher untereinander, Begegnungen mit den BesucherInnen, Tuchfühlung mit Bildern, Arbeitsblättern, Quellentexten. Ideen, die im Gespräch sprudeln. Und manchmal auch Tränen, die sprudeln, weil jemand nicht weiter kommt. Manche suchen knallhart und blitzschnell einen Film, mit dem sie in gewissen Stunden gut klar kommen, manche suchen zweieinhalb Stunden und verlassen die Mediothek mit einem kopierten DIN A4-Blatt. Aber alle sind sich einig:

Die Mediotheken der Schulreferate sind Schatzkisten.

Beate Haude

Homepage: www.schulreferat.evangelisch-wuppertal.de

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